Wer suchet, der findet (nicht immer)

Wer suchet, der findet (nicht immer)

Der Heilige Antonius ist Schutzpatron der Suchenden. Wann immer man also etwas sucht, lohnt sich - nach katholischem Glauben - ein Stoßgebet zu ihm (oder zum Herrn direkt). In Bayern wird er scherzhaft auch "Schlampertoni" und im Rheinland "Schussels Tünn" genannt. Ob ein Gebet zu ihm nun hilft oder nicht ist dem eigenem Glauben überlassen.

Die heutige gute Nachricht ist eine persönliche, denn ich habe etwas wiedergefunden, dass ich schon seit einem Jahr für verloren gehalten habe. Und wie so oft war es ein absoluter Zufall: Vor ziemlich genau einem Jahr bin ich mit meinen Büro- und Berufssachen von Geilenkirchen nach Krefeld gezogen. So ziemlich alles hat den Umzug gut überstanden, aber eine Sache wollte und wollte nicht auftauchen: Meine Albe; wenige Monate alt und 200,- Euro teuer habe ich mein Gewand in Geilenkirchen eingepackt und wurde danach nie wieder gesehen. Anrufe und Fragen unter Kollegen blieben ohne Ergebnis, ebenso wie das Auseinandernehmen meiner Wohnung. Sehr traurig habe ich mich nach einigen Wochen damit abgefunden, dass sie nun weg ich. Ich habe seit einiger Zeit auch keinen Gedanken mehr daran verschwendet.
Mittwoch habe ich mich mit einem Kollegen zum Austausch getroffen. Während wir so durch Krefeld gingen und über unseren Beruf gesprochen haben, kam mir der Geistesblitz ihn auf die Albe anzusprechen, doch auch er hat sie nicht gesehen. Dann, einige Schritte weiter, schlug er vor, einmal in der Sakristei neben der Kirche zu schauen, ob sie da vielleicht von irgendwem zu den anderen Alben gehangen wurde. Gesagt getan, wir gingen in Sakristei und ich öffnete den ersten Schrank; aber Fehlanzeige. "Wir haben noch einen Schrank mit Alben." sagte mein Kollege. Aber auch da hing sie nicht. Wie der Zufall so wollte gab es aber noch einen dritten Schrank und tatsächlich, als vorletztes Gewand hing meine Albe. UNGLAUBLICH, da war sie auf einmal!!! Ich war völlig aus dem Häuschen endlich meine Albe wieder zu haben.

Natürlich habe ich es letztes Jahr schon mit Gebeten versucht, doch nichts hat sich getan. Erst ein Jahr später wurden meine Gebete erhört, obwohl ich es schon längst aufgegeben hatte. Nun, ich bin ja ein naturwissenschaftlich geprägter Menschen: Wenn man berücksichtigt, dass sich Gebete mit Schallgeschwindigkeit ausbreiten und Gott im Jenseits bzw. in der Unendlichkeit existiert, dann ging es doch schneller als man erwarten dürfte. Niemand hat behauptet, dass Gebete sofort erhört werden. Das erinnert mich an ein indisches Sprichwort: "Am Ende wird alles gut und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende" :-)