Upcycling

Upcycling

Was macht man, wenn etwas kaputt geht? Wegschmeißen und neu kaufen oder versuchen es zu reparieren? An dieser Frage scheiden sich wohl die Geister: Für meine Oma wäre die Antwort klar gewesen: Reparieren so gut es geht und weiter benutzen bis nichts mehr damit anzufangen ist. Für sie und für viele anderer ihrer Generation stellte sich diese Frage allein wegen des knappen Einkommens nicht: Neuanschaffungen sind Luxus.
Heute können sich viele diesen Luxus so selbstverständlich erlauben, wie das tägliche Stück Fleisch auf dem Teller. Die Kunst, Dinge wieder instandzusetzen, ist dabei immer mehr verloren gegangen.

Doch für jedes Problem gibt es eine (gute) Lösung: Das Hamburger Sozialprojekt "Toys Company" sammelt altes Spielzeug und restauriert es, sodass es wieder bespielt werden kann. Die meisten Spielsachen werden nach ihrer Restaurierung an bedürftige Familien verschenkt. Unterstützt wird das Projekt dabei von Langzeitarbeitssuchende, die so für die Wiedereingliederung in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt fit gemacht werden. "Mir macht es einfach tierisch Spaß hier zu arbeiten, nette Kollegen, ich habe eine Aufgabe, die mich erfüllt.", so der Mitarbeiter Uwe Liebert. Leider hakt es aktuell noch an der nötigen Nachfrage: "Wir haben eigentlich viel zu viel Spielzeug und viel zu wenig Kunden. Wenn man sich vorstellt, dass im letzten Jahr wären theoretisch 40.000 Familien bei uns spendenberechtigt gewesen, aber es waren nur 3.641 Familien dort.", so Projektleiter Daniel Fürstenberg. Als gemeinnütziges Unternehmen, darf "Toys Company" nämlich keine Werbung für sich machen, sondern ist auf Mund-zu-Mund-Propaganda angewiesen.

Ich habe mir vor kurzem ein YouTube-Video angesehen, wie man Mottenlöcher aus Klamotten unsichtbar werden lässt. Auch meine Mutter kann das sehr gut! Seitdem versuchen meine Frau und ich unsere angefressenen oder beschädigten Kleidungsstück erst zu flicken bzw. flicken zu lassen, ehe wir zur Mülltonne greifen. Mein Bruder ist handwerklich extrem begabt, er ist mein Ansprechpartner, wenn abseits von meinen Klamotten etwas kaputt ist. Hast du auch einen solchen Ansprechpartner, wenn mal etwas repariert werden muss?
Sicher, Upcycling geht nicht ohne Talent und Wissen, aber was man sich selbst nicht aneignen kann oder möchte, haben andere drauf. Man muss sie nur ansprechen :-)