Unter der Oberflächlichkeit

Unter der Oberflächlichkeit

Aussehen spielte bei den Menschen schon immer eine große Rolle. Das ist schon evolutionär in uns angelegt: Wenn wir jemanden optisch ansprechend finden, verspricht er/sie ein gute:r Fortpflanzungspartner:in zu sein. Doch was wir optisch ansprechend finden hat weniger mit Evolution zu tun, als viel mehr mit gesellschaftlicher Prägung. So hat sich das, was die Allgemeinheit für optisch ansprechend hält, im Laufe der Jahrtausende ständig verändert.
Seit den 60er Jahren hat sich mit dem Model Twiggy die androgyne, magere Körperstatur durchgesetzt. Bis heute sind viele Modenshows davon geprägt und auch immer mehr Influencer in den sozialen Medien eifern diesem Ideal nach. Weil die meisten dieses Ideal aber mit ihrem Körper nicht erreichen können, muss oft Photoshop nachhelfen. Mit optischen Tricks zur optimalen Figur. Das sieht man den Fotos aber oft nicht an. Trotzdem streben vor allem junge Menschen diesem Ideal nach und versuchen dies mit Nahrungsentzug zu erreichen. Laut der Umfrage einer Kinderschutzorganisation gaben 43% der Befragten an, dass sie wegen ihres Aussehens unter Stress stehen. Krankhafte Esstörungen sind oft die Folge.

Um das in Zukunft einzudämmen wurde in Norwegen jetzt ein Gesetz verabschiedet, das Influencer dazu zwingt, retuschierte Bilder zukünftig als solche zu kennzeichnen. Die norwegische Regierung hofft so vor allem bei jungen Menschen das Bewusstsein zu schärfen, dass kein Körper perfekt ist; nicht einmal der Körper eines Top-Models.
Das bekannte Modelabel "Victoria's Secret" passt sich ebenfalls an und setzt bei seinen Models jetzt auf mehr Diversität. So möchte man zukünftig auch Fußballerinnen und Plus-Size-Models ablichten.

Schönheitsideale können sich ändern. So waren in den Jahrhunderten vor den 60er Jahren durchaus Frauen mit Rundungen gefragt; mal mehr und mal weniger ausgeprägte. Mager war bis dahin aber niemals "sexy" gewesen. Ich bin froh, dass man sich wieder zurück besinnt auf normale bzw. diverse Körperproportionen. Jeder Mensch - und mit ihm jeder Körper - ist verschieden und individuell. Kein Mensch ist perfekt. Wir sind eine bunte Gesellschaft mit bunten Hautfarben und bunten Klamotten. Und als Theologe kann ich sagen: Egal wie du bist, du bist geliebt :-)