Und es bringt doch was!

Und es bringt doch was!

Es gibt viele Siegel für Lebensmittel, die faire Bezahlung, Umweltschutz und Tierwohl versprechen. Doch ob und wie viel so ein Siegel wirklich bringt, ist vor allem Vertrauenssache. Wenn der Verbraucher sich dazu entschließt solch einem Siegel zu vertrauen, kann er anhand dessen sehr schnell ablesen, ob ihr/sein gekauftes Produkt umweltfreundlich hergestellt wurde, die Produzenten fair entlohnt wurden und/oder die Tiere artgerecht gehalten wurden.

Vor einigen Tagen ist eine Studie von Isabel Knößlsdorfer von der Universität Göttignen in Kooperation mit Jorge Sellare und Martin Qaim veröffentlicht worden, die nachweist, dass sich der Lebensstandard von Kakaobauern und -bäuerinnen an der Elfenbeinküste seit der Umstellung auf Fairtrade wesentlich verbessert hat. Das Geld, was der Verbraucher hierzulande also für Fairtrade-Produkte mehr bezahlt, komme demnach tatsächlich bei den Erzeuger:innen in den Herkunftsländern an und verbessere dort ihre Lebensqualität. Das hat gleichzeitig eine ganz positive Wirkung für die Menschen, da sie sich nicht mehr ausgebeutet fühlen und - im Gegensatz zu Spendengeldern - das Geld mit ihrer Arbeit selbst verdient haben.
Die Studie in englischer Sprache gibt's im Original hier nachzulesen: https://www.researchgate.net/publication/350408588_Effects_of_Fairtrade_on_farm_household_food_security_and_living_standards_Insights_from_Cote_d%27Ivoire

Als optimistisch eingestellter Mensch, habe ich mich dazu entschlossen, diesen Siegeln zu vertrauen, denn etwas besseres habe ich nicht. Ich kann ja schließlich nicht einfach die gesamte Produktionskette jedes einzelnen Produktes verfolgen.
Die neuste Studie von Frau Knößlsdorfer gibt mir zumindest eine begründete Sicherheit, dass Vorschussvertrauen besser ist als ablehnende Skepsis :-)