Stein-Reich

Stein-Reich

Wenn man sagt, dass jemand steinreich ist, meint man damit, dass er/ sie viel Geld besitzt. Der Ausdruck stammt aus einer Zeit, als Steine noch ein Luxusgut waren, die aufwendig per Hand aus weit entfernten Steinbrüchen geschlagen, bearbeitet und transportiert werden mussten. Wer also ein Haus aus Stein besaß, musste viel Geld besitzen. Er war im wahrsten Sinne des Wortes steinreich.

Heute jedoch möchte ich von einem anderen Reichtum erzählen, den ein Stein hervorgebracht hat: Freude und Trost.
Eine Kollegin von mir fand auf dem Taufbecken in der Grabeskirche Günhoven einen kleinen, schwarzen Stein mit einem aufgemalten, lächelnden Gesicht darauf.
Von dem liebevoll gestalteten Stein beseelt hat, sie ihm in ihrem Büro der Seelsorge eine vorübergehende Bleibe eingerichtet. In einigen Tagen soll er dann wieder zurück gelegt werden, um anderen eine Freude zu machen.

Auch mir hat der Stein sehr gefallen und der Instagram-Post meiner Kollegin, durch den ich überhaupt auf ihn aufmerksam wurde. Gerade in einer Grabeskirche, wenn man - wie auf einem Friedhof - seine Verstorbenen besucht, kann so eine Kleinigkeit, wie ein bemalter Stein, Trost und Freude schenken. Wer weiß, in welche Augen dieser kleine Geselle noch blicken wird, wenn für ihn die Reise bald weiter geht...
Kein Geld der Welt schenkt so lange Freude wie Kleinigkeiten, die von Herzen kommen :-)