Solidarität macht den Unterschied

Solidarität macht den Unterschied

Das Einkaufserlebnis hat sich in den letzten Monaten verändert. Das liegt vor allem an Corona, aber auch lange vor Corona war der Einkauf des täglichen Bedarfs Veränderungen unterzogen: Meine Mutter beispielsweise erzählte mir von kleinen Tante-Emma-Läden, in denen man direkt von einem/r Verkäufer:in bedient wurde, der/die die gewünschten Produkte für einen zusammensuchte, einpackten und abrechnete; Selbstbedienung kam dann erst später in den Supermärkten, die dann nach und nach die kleinen Lädchen verdrängt haben. Wenn ich heute ans Einkaufen denke, dann denke ich eigentlich nur noch an Supermärkte und Selbstbedienung.

Aber auch das könnte sich in den nächsten Jahrzehnten ändern: Nicht nur wegen des immer vielseitig werdenden Online-Handelns, sondern auch wegen neuen Geschäftsideen: In München soll nämlich bald ein sogenannter solidarischer Supermarkt entstehen. Die Idee dahinter: Wer dort Einkaufen möchte, muss zuvor einen Anteil des Supermarktes erwerben und dort 3 Stunden im Monat mitarbeiten. Im Gegenzug erhält man regionale, verpackungsarme Bio-Produkte zu verhältnismäßig sehr günstigen Preisen. Realisiert wird das Ganze über eine Genossenschaft, bei der Interessierte Anteile erwerben können. Alle Anteilseigner sind dann Miteigentümer und können entscheiden, welche Produkte es geben soll und wo sie eingekauft werden. In der Satzung ist festgehalten, dass die Erzeuger immer fair bezahlt werden sollen, damit letztlich alle davon profitieren können. In New York gibt es solche Läden bereits und erfreue sich bei ihrem Kundenkreis sehr großer Beliebtheit.

So ein Konzept ist sicher nicht für jeden etwas, denn sie sind sehr verbindlich und man muss erst investieren bevor man profitieren kann. Aber die Idee, dass der Markt den Kunden gehört und sie sich dadurch gegenseitig helfen, günstig an qualitativ hochwertige und fair bezahlte Produkte zu kommen, finde ich super!
Überhaupt finde ich das genossenschaftliche Prinzip sehr fair: Die Kunden selbst sind Inhaber der Firma und im Unterschied zu Aktien sind die Anleger haftbar für Verluste, was die Verbundenheit mit der Firma erhöht. Dann steht nämlich nicht mehr der Profit an erster Stelle, sondern das langfristige Bestehen der Firma durch ein gute Geschäftsführung. Gute Arbeit, statt persönlicher Profit; das macht tatsächlich einen entscheidenden Unterschied! :-)