Schranken im Kopf

Sie sind zwar unsichtbar und doch kennt sie jeder: Die Schranken im Kopf, die uns daran hindern etwas zu tun, wovon wir glauben, dass es nicht getan werden kann oder sollte. Es dann doch zu tun kostet sehr viel Überwindung. Für meine Nichte ist es bspw. völlig in Ordnung mit Begeisterung in ihrem Planschbecken zu spielen. Wenn ich so etwas tun würde, müsste ich mich sehr überwinden; Planschbecken sind doch nur etwas für Kinder! Meine Frau ist mir da schon etwas voraus: In den heißen Tagen hat sie sich nämlich ganz selbstverständlich ein Planschbecken gekauft und benutzt es auch. Mittlerweile habe ich bei der Hitze der letzten Tage meine eigene Schranke diesbezüglich überwunden und bin dem Beispiel meiner Frau gefolgt; und habe es nicht bereut :-)

Eine ähnliche Situation erlebte auch Günther Anton Krabbenhöft aus Berlin. So wie ich es komisch fand als 30-Jähriger ein Planschbecken zu benutzen, so konnte er sich -wie wohl viele in seinem Alter- nicht vorstellen mit seinen 71 Jahren nachts noch in eine Diskothek oder einen Club zu gehen, um dort zu feiern. Aber er überwand die Schranken in seinem Kopf und so besucht er mittlerweile ganz selbstverständlich regelmäßig verschiedene Tanzclubs in Berlin. Am liebsten aber geht er in den Techno-Club, wo seine beste Freundin unter dem Künstlernamen "Gloria Viagra" als transsexuelle DJ(ane) auflegt. Mittlerweile ist Günther dort und anderswo ein gern gesehener Gast. Obwohl er auf Alkohol und Drogen verzichtet, feiert der 71-Jährige bis spät in die Nacht. Auch in seiner Freizeit bewegt sich der Rentner gerne mit Musik im Ohr tanzend durch Berlin. Die Schranken, die vorher für ihn da waren, existieren nun nicht mehr: Freie Fahrt voraus!

Interessant, wie wir im Laufe unserer gesellschaftlichen Entwicklung gewisse Schranken in unserem Kopf aufbauen: Planschbecken sind nur was für Kinder, Techno-Clubs nur was für junge Leute, Skat-Abende nur etwas für Rentner. Warum eigentlich? Das ist eine ernst gemeinte Frage! Warum haben wir diese Schranken im Kopf? Nicht mein Alter bestimmt, woran ich gerade Spaß habe und wonach mit gerade ist, sondern mein Herz. Ich denke es ist wichtig, sich selbst treu zu bleiben, auch wenn man dabei innere oder äußere Schranken überwinden muss. In diesem Sinne viel Spaß beim Überwinden! :-)