Orte der Heilung

Orte der Heilung

Früher waren Kirchen(gebäude) die ersten Zufluchtsorte wann immer eine große Katastrophe ausbrach. Auch bei Pandemien, wie der Pest oder den Pocken, suchten die Menschen vor allem in Kirchen Schutz und Heilung. Dass Priester keine guten Ärzte sind, war den Menschen im Mittelalter noch nicht klar und auch Gott heilt nicht durch Magie, sondern durch Menschen, die ihr Fach verstehen; im Fall von Krankheiten also durch die Ärzte in Krankenhäuser, sodass Kirchengebäude heute nicht mehr als Notlazarette genutzt werden (müssen).

Trotzdem können Kirchengebäude auch heute noch bei der Bekämpfung einer Pandemie eine Rolle spielen: Bei der großflächigen Verteilung von Impfdosen zum Beispiel. Kirchengebäude lassen sich durchlüften, bieten eine Menge Platz und sind überdacht. In Großbritannien werden jetzt zum Beispiel in der berühmten Londoner Kirche Westminster Abbey Impfdosen verteilt. "Wir sind daran gewöhnt, dass dieser Ort voller Menschen ist und es fühlt sich eigenartig und falsch an, wenn er leer ist", sagte David Hoyle, Dekan der fast Tausend Jahre alten Kirche, "Es ist ein großes Privileg und wir freuen uns sehr, Teil davon sein zu dürfen, dieses Land wieder sicher und gesund zu machen."
Sobald genug Impfstoff bereitsteht, können dort bis zu 2.000 Impfungen pro Woche durchgeführt werden.

Die Idee Kirchengebäude für solche Zwecke zu nutzen finde ich sehr gut! Sie sind schließlich Orte der Zuflucht; Orte, wo Menschen Gott begegnen können. Und wie kann das besser geschehen, als durch Menschen, die anderen Menschen helfen? Gottesdienst in seiner idealsten Form ist und war schon immer Dienst am Nächsten. Denn, wie schon Jesus vor rund 2.000 Jahren sagte: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder (bzw. Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25,40)