Nothing is perfect

Vor einigen Tagen haben meine Frau und ich ein günstiges Angebot gesehen, bei dem wir direkt zugeschlagen haben: 2kg Äpfel für knapp 3,- Euro. Wir essen gerne Äpfel und normalerweise sind wir Preise von 2,50€ - 3,00€ pro kg gewohnt.
Allerdings hat sich bei näherer Betrachtung herausgestellt, dass die Äpfel nicht perfekt waren: Sie hatten Druckstellen, bei manchen fehlte der Stiel und andere waren etwas unförmig. Das war uns letztlich egal, im Pfannkuchen und als Obstsalat haben sie trotzdem sehr lecker geschmeckt.
Vielen ist das Aussehen ihres Obstes oder Gemüses nicht egal, weswegen der Einzelhandel den Erzeugern in der Regel enge Kriterien setzt, wie etwas auszusehen hat.

Ein Fakt, wovon auch Biolandwirt Heinrich Hannen ein Lied von singen kann. Aktuell ernährt er rund 6.000 Menschen mit seinen Kartoffeln. Es könnten, nach seinen Angaben, gut und gerne 10.000 Menschen sein, wenn sie auch mit kleinen oder fleckigen Kartoffeln einverstanden wären. Was nicht gekauft wird, müsste er eigentlich wegschmeißen. Weil er das aber nicht möchte, werden die unverkäuflichen Kartoffeln als Tierfutter weiterverwendet. "Die Kartoffeln sind eigentlich für die menschliche Ernährung gedacht und gut, im zweiten Rand dann an die Tiere; ist ja auch noch in Ordnung.", tröstet sich der der Landwirt mit etwas Bedauern in der Stimme.
Zu sehen ist dieser Beitrag des WDR ab 10:50 Minute:

Klar ist die Verwendung als Tiefutter 1000x besser, als die Kartoffeln wegzuschmeißen. Aber wenn man bedenkt wie viele Menschen auf die Tafel angewiesen sind, könnte ich mir hier ein Umdenken vorstellen: Krummer, dafür günstiger. Mein Gemüse muss nicht perfekt sein, überhaupt ist in der Natur nichts perfekt, auch bei uns Menschen nicht. Die Schönheit der Natur liegt in der Vielfältigkeit! Solange der Anbau nachhaltig ist, dürfen meine Äpfel Dellen haben, meine Karotten krumm sein und meine Kartoffeln klein sein :-)