(Nicht) für die Tonne

(Nicht) für die Tonne

Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum sich nähert, landen in immer mehr Supermärkten in einem speziellen Regal mit reduziertem Preis. Davon habe ich vor einigen Monaten schon einmal am Rande berichtet. Viele Supermärkte arbeiten auch mit der lokalen Tafel zusammen und spenden diese Lebensmittel.
Doch nicht alle tun das und so landen immer noch die meisten abgelaufenen Lebensmittel in dem Müll.

Eine Alternative zu den Tafeln sind Lebensmittelgeschäfte, die sich auf den Verkauf kurz vor dem Ablauf stehender Lebensmittel spezialisiert haben. Bei mir in der Nähe gibt es die niederländische Unternehmerkette Kaas, die das tun.
In Saarbrücken macht das Fabienne Ebertz mit ihrem kleinen "Rettermarkt Rettich". Sie arbeitet bewusst mit Supermärkten zusammen, die nicht schon mit der Tafel zusammen arbeiten und bietet die unverkauften Lebensmittel zu einem stark reduzierten Preis an. Mit durchschlagendem Erfolg, was wohl nicht zuletzt an dem "familiären Einkaufserlebnis" liegt. Gerade bei Student:innen und Rentner:innen mit schwachen Einkommen komme das Angebot hervorragend an. Auch eine soziale Komponente hat das Lädchen, denn wer will kann ein Heißgetränk bezahlen, welches dann von einer/m anderen (bedürftigen) Kund:in kostenlos abgeholt werden kann. Die 26-Jährige Jungunternehmerin beschäftigt mittlerweile zwei Auszubildene, einen Hund und denkt bereits an Expansion nach. Sie hofft aber dennoch auf viele Nachahmer überall in Deutschland.
Weitere Infos auf der Homepage des Ladens: https://www.rettermarktrettich.de/

Wird das ein Teil unseres zukünftigen Einkaufserlebnisses sein? Ich kann es nur hoffen, denn diese Form der Weitervermarktung ist nicht nur ökologischer, sondern auch sehr viel sozialer als die Mülltonne. :-)