Neuer Lebensraum mit alten Mitteln

Neuer Lebensraum mit alten Mitteln

Als leidenschaftlicher Fan der Römer und ihrer Hochkultur besuche ich liebend gerne den archäologischen Park in Xanten, der auf der Fläche der ehemaligen römischen Stadt "Colonia Ulpia Trajana" steht. Hautnah kann man sich dort in, zum Teil originalgetreu nachgebauten, römischen Häusern einen Eindruck machen.
Was einem in dieser römischen Stadt auffällt ist der Hafentempel. Dabei gibt es rund um die Stadt gar keinen Fluss. Der Grund liegt in einem mittlerweile ausgetrockneten Nebenarm des Rheins, der vor rund 1.500 Jahren an der Stadt vorbeiführte. Nur per Schiff konnten nämlich die tonnenschweren Steinblöcke für die Verwaltungsbauten von der Eifel nach Xanten transportiert werden. Ohne diesen Nebenarm hätte die Stadt gar nicht gebaut werden können.

Solche Nebenarme gibt es auch an anderen Flüssen, so auch an der Oder. Im Nationalpark "Unteres Odertal" wird der Altarm "Langer Kolk" wieder an das Hauptgewässer angeschlossen. Das soll einerseits der Verlandung des Altarms entgegenwirken und andererseits eine neue Insel bilden, die als Rückzugsstätte für Tiere und Pflanzen dienen wird.

Das würde ich mir auch für Xanten gerne wünschen, damit man sich einen noch besseren Eindruck der alten Hafenanlage machen kann. Aber das ist ein - zugegebenermaßen - sehr egoistisches Motiv. Es gibt bestimmt noch andere gute Gründe die Altarme von Flüssen zu reaktivieren :-)