Nervige Stecher

Nervige Stecher

Nervige Stecher gibt es nicht nur in der Disko, sondern auch in der freien Natur. Mücken rauben uns mit ihren juckenden, rötlichen Hinterlassenschaften auf der Haut den Schlaf. Was in Europa oft nur ziemlich nervig ist, hat in anderen Teilen der Welt deutlich größere Auswirkungen. Vor allem in den tropischen und subtropischen Ländern, wo es viele stille Gewässer gibt, verbreiten sich Mücken und - ihre größeren Artgenossen - Moskitos schnell und werden regelrecht zur Plage. Deren Stiche sind nämlich nicht nur nervig, sondern übertragen auch Krankheiten. Aus diesem Grund werden sie dort regelmäßig mit Insektiziden bekämpft.

Eine neue Methode verspricht nun allerdings viel gezielter und zugleich umweltschonender zu funktionieren: Auf der maledivischen Insel Kunfunadhoo wurden über 500 Moskitofallen aufgestellt, die die Schädlinge mit Gerüchen durch Milchsäure und CO² anlocken. Damit riechen die Fallen für die Moskitos so, wie ein stark schwitzender Mensch. In Erwartung eines Leckerbissens verfangen sie sich dann in Netzen und stellen keine Bedrohung mehr dar. Die Gerüche werden mit Hilfe von Hefe und Zuckerwasser erzeugt, die dann mit Ventilatoren in die Breite verteilt werden. Auf diese Weise konnten bis zu 100.000 Moskitos pro Tag gefangen werden, damit ist das Moskitoaufkommen auf der Insel um 95% zurückgegangen.
Und das Beste: Weil man nun auf den Einsatz von Pestiziden verzichten kann, stieg auch gleichzeitig die Population anderer (nützlicher) Insekten, die wiederum mehr Pflanzen bestäuben und damit die Erträge der Bauern erhöht.

Oft sind ökologische Mittel die besten Mittel, weil sie weniger stark in die umliegenden Ökosysteme eingreifen. Diese neuartigen Moskitofallen haben nur einen Haken: Sie sind mit 165,- Euro relativ teuer. Bedenkt man, dass die Malediven rund 300 bewohnte Inseln haben und man - je nach Größe der Insel - bis zu 500 Fallen braucht, sind die Investitionen gewaltig. Aber der Nutzen für den Menschen, die Artenvielfalt und die Landwirtschaft könnten diesen Nachteil wieder ausgleichen. Mein alter Chef sagte immer: "Wer billig kauft, kauft zweimal." :-)