Make love not war

Make love not war

Den Spruch "make love not war" war schon in den 68ern weit verbreitet, als die USA mitten im Vietnamkrieg steckten. Doch von seiner Aktualität hat er bis heute nichts eingebüßt: Krieg produziert Leid und reißt Paare/ Familien/ Völker entzwei. Liebe ist so ziemlich das Gegenteil: Es eint Menschen, lässt sie füreinander einstehen und sucht immer nach gemeinsamen Lösungen. Liebe ist - wie jede Form von Beziehung - aber auch anstrengend aufrecht zu halten. Vermutlich ziehen deswegen viele Menschen die einfache Konfliktbewältigung durch Gewalt vor.

Rassismus ist auch eine Form von Gewalt, der vor allem aus Neid und Angst vor dem Unbekannten heraus entsteht. Doch es gibt auch Menschen, für die ausländische Menschen keine unbekannten Fremden (mehr) sind und die keine Angst vor "Überfremdung" haben. Sie müssen nicht mit Rassismus und Gewalt reagieren, sie können sich viel mehr direkt mit den Menschen verständigen und sich austauschen. 
Menschen wie diese sind es, die in Manchester jetzt ein verunstaltetes Graffiti des dunkelhäutigen Nationalspielers Marcus Rashford mit Herzen und Liebesbotschaften geschmückt haben. Unbekannte hatten das Graffiti zuvor mit rassistischen Parolen übersprüht. Auslöser dafür war ein verschossener Elfmeter im Finale der Fußballeuropameisterschaft. Seitdem sieht sich Rashford vermehrt rassistischen Anfeindungen ausgesetzt. Die nun an der Wand hängenden Liebes- und Solidaritätsbekundungen sollen zeigen, dass die Mehrheit der Menschen in Manchester anders über ihren Nationalspieler denkt und keinerlei Problem mit dessen Herkunft hat; ihm noch nicht einmal den missglückten Elfmeter übel nehmen.

Das ist leider ein oft zu beobachtendes Phänomen im Leistungssport: Du bist nur so viel wert, wie deine sportlichen Leistungen. Solange du die/der Beste bist, wirst du gefeiert. Ist das nicht mehr der Fall, wirst du verstoßen. Wo es nur Gewinner:innen oder Verlierer:innen gibt, gibt es nur Schwarz oder Weiß. 
Meiner Meinung nach haben auch die Zweit-, Dritt-, Viert-, Fünft-, Sechst-, ... Letzt-Besten Lob und Anerkennung verdient. Denn auch sie haben in dem Moment ihr Bestes gegeben.
Ich war nie gut in Sport, ich habe es trotzdem versucht. Menschen die mich geliebt haben war das immer genug und das haben sie mir auch gezeigt. Das hat all die Lacher auf dem Sportplatz wieder wettgemacht. Die Bundesjugendspiele hasse ich aber trotzdem bis heute dafür. :-D