Luxus (nicht) auf Kosten anderer

Luxus (nicht) auf Kosten anderer

Wenn einer viel Geld hat, dann hat er das entweder selbst durch harte Arbeit verdient, mit viel Glück erspielt oder auf Kosten anderer erhalten. Letztgenanntes ist wohl am häufigsten: Gewinne aus Aktiengeschäften beispielsweise kommen nur dadurch zustande, dass die Angestellten eines Unternehmens gute Arbeit leisten. Der Überschuss dieser Arbeit kommt dann den Aktieninhabern zu Gute, obwohl diese selbst nichts weiter dazu beigetragen haben als einen kleinen Teil ihres Vermögens. Mit Glück und den richtigen Entscheidungen wurde so ihr Geld durch andere vergrößert. Das kann man gerecht oder ungerecht finden. Ich halte es, in Anlehnung an der Erzählung von den Arbeitern am Weinberg (Mt 20,1-16), eher für ungerecht.
Luxus auf Kosten anderer Lebewesen ist auch der Pelzhandel. Rund 3,7 Milliarden Euro werden jährlich mit den Pelzen getöteter Tiere umgesetzt.

Israel macht in dieser Hinsicht jetzt mit einem Verbot auf sich aufmerksam: Als erstes Land überhaupt verbietet Israel den Handel mit Tierpelzen. "Für die Pelzindustrie werden weltweit Hunderte Millionen von Tieren getötet", sagt Umweltministerin Gila Gamliel. Dabei werde "unter Anwendung unbeschreiblicher Grausamkeit Leid verursacht".
Zwei Haken hat die Sache allerdings noch: Das Verbot soll erst in 6 Wochen in Kraft treten und es gibt eine Ausnahmen für wissenschaftliche und religiöse Zwecke.

Jetzt kann man sich zurecht darüber aufregen, dass es immer noch Ausnahmen gibt. Trotzdem freue ich mich über diesen ungewöhnlichen Schritt, denn der Pelzhandel generiert einige Steuereinnahmen. Dass der Staat freiwillig darauf verzichtet, um Tierleben zu schützen finde ich mehr als unterstützenswert! Auch im Judentum gilt der Auftrag Gottes zur Bewahrung der Schöpfung, da sind altes Testament und Thora identisch. Ein wichtiger Schritt diesen biblischen Auftrag ein bisschen mehr gesetzlich zu schützen und zu verankern ist damit schon einmal getan. Weiter so! :-)