Lokale Produkte

Lokale Produkte

Achten Sie beim Kauf Ihrer Produkte auf den Herkunftsort? Tomaten aus den Niederlanden, Wein aus Italien, Käse aus Frankreich, Paprika aus Spanien. Klar, solche Produkte wachsen in diesen Ländern besser und die Entfernung sind noch überschaubar, aber bei vielen anderen Produkten des täglichen Bedarf steht "made in... ...China ...Indien ...Israel ...Taiwan" usw. drauf. Das ist erst einmal nichts schlimmes, doch hat das Gründe, die ethisch zumindest bedenklich sind: Der Hauptgrund für immer mehr Produkte aus Fernorst ist der Preis, denn in China und Co. lässt sich bspw. viel günstiger produzieren, als in Deutschland. Da nimmt man auch die höheren Transportkosten und den langen Transportweg inkl. dem damit verbundenen CO²-Ausstoß in Kauf. Selbst die dänische Firma LEGO lässt mittlerweile in China produzieren, um ihre Produkte dann wieder in Europa zum gleichen Preis zu verkaufen.

Oft gibt es zu den Produkten "made in China" o.a. gar keine heimischen oder gar europäischen Alternativen mehr. Ein Beispiel dafür sind Solarmodule: Lange Zeit waren deutsche Firmen Vorreiter in der sogenannten Photovoltaik-Technik (Stromgewinnung aus Sonnenenergie). Die chinesischen Module waren qualitativ sehr viel schlechter, sodass der Aufpreis gerne gezahlt wurde. Mit zunehmender Qualität chinesische Module gerieten die europäischen Fertiger seit 2012 immer mehr unter Druck. 2018 ging schließlich der ehemals größte Solar-Panel-Anbieter in Europa Solarworld insolvent.
Doch nun gibt es eine Trendwende: Zum einen durch die verstärkte Nachfrage an erneuerbarer Energie, aber auch wegen technologischer Durchbrüche und gesunkener Produktionskosten. Das Schweizer Unternehmen Meyer Burger hält mittlerweile mehrere Patente an einer neuen Art Solarzellen, die erheblich effizienter arbeiten, als bisherige. Zusammen mit den noch in Deutschland befindlichen Fertigungsanlagen von Solarworld und zunehmender Automatisierung, konnten die Produktionskosten weiter gesenkt werden.

Die Herstellung von Photovoltaikanlagen in Europa nimmt also wieder Fahrt auf: Bessere Module zu einem günstigen Preis mit kurzen Transportwegen. Diese Voraussetzungen sind perfekt für die neue europäische Klimapolitik. Wie es aussieht sehen wir also in Sachen ökologischer Stromerzeugung einer sonnigen -und mit Blick auf den Atomausstieg zum Glück keiner strahlenden- Zukunft entgegen :-)