Kontakt

Kontakt

Es gibt viele schöne Möglichkeiten mit Menschen in Kontakt zu bleiben: Sich verabreden, über soziale Medien schreiben, anrufen und Briefe schreiben. Das Beste ist natürlich der direkte Kontakt, darum ist Jesus heute an Christi Himmelfahrt zu seinem Vater zurückgekehrt (frohen Vatertag an alle Väter!). Aber wenn man sich gerade nicht persönliche treffen kann, sind Briefe eine wunderbare und uralte Alternative. Schon die alten Babylonier ritzten vor über 3.500 Jahren Nachrichten auf Tontafeln, um diese über größere Entfernung zu übermitteln. Mittlerweile wird diese Form der Nachrichtenübermittlung durch sehr viel schnellere und umfangreichere digitale Alternativen verdrängt. Ihren Charm haben Briefe für die private Kommunikation aber keinesfalls eingebüßt.
Gerade für den sozialen Zusammenhalt und auch für das eigene Wohlbefinden, ist der Kontakt zu anderen Individuen für uns überlebenswichtig (tatsächlich hat man herausgefunden, dass Menschen ohne jedweden sozialen Kontakt, sehr viel schneller sterben). Menschen brauchen einander, denn sie sind durch und durch soziale Wesen.

Ein Umstand, den vor allem ältere Menschen, nicht nur, aber gerade auch während der Pandemie, deutlichst zu spüren bekommen: Je älter man wird, umso mehr schrumpft der Freundes- und Bekanntenkreis. Alte Bekannte sterben, neue Freundschaften werden nur schwer geschlossen. Eingeschränkte Mobilitätsmöglichkeiten und neuerdings geschlossene Cafés und Einrichtungen tun ihr Übriges.
ABER, den Babyloniern sei Dank, gibt es ja noch die guten alten Briefe. Im Unterschied zu sozialen Medien, können diese nämlich auch von alten Menschen noch gut benutzt werden. Außerdem übermitteln sie, da oft von Hand geschrieben, unendlich viel mehr Persönlichkeit.
Diesen Umstand hat sich die Kölner Initiative "Stift & Papier" zu Nutze gemacht und vermittelt seit einem Jahr Brieffreundschaften an Menschen in Seniorenheimen. Über 40.000 Brieffreundschaften in über 250 Einrichtungen sind so schon entstanden. 

Briefe sind etwas tolles: Persönlich, individuell und auch mit einem gewissen Überraschungseffekt (Was mag auf dem Blatt in den Umschlag wohl drinstehen?).
Mein persönliches Vorbild im Glauben, der Apostel Paulus, hat auch ganz viele Briefe geschrieben, um mit seinen frisch gegründeten Gemeinden in Griechenland, in Kontakt zu bleiben und bei Problemen zu helfen. Diese fast schon 2.000 Jahre alten Briefe von Paulus an seine Gemeinden finden sich noch heute im Neuen Testament der Bibel.
Jeder persönliche Brief ist eine willkommene Abwechslung und ein Grund zur Freude, nicht nur für die alten Menschen. Wenn du mal Lust hat mir einen Brief zu schreiben, sag mir gerne Bescheid. Ich schreibe auch zurück :-)