Hovelecheit

Hovelecheit

Das mittelhochdeutsche Wort "hovelecheit", das zu unserem heutigen Wort "Höflichkeit" geworden ist, bedeutet so viel wie: "dem feinen Hof entsprechend".
Wer also bei einem Adeligen auf dessen "Hof" (meist ein großes Anwesen, kein Bauernhof ;-) ) zu Besuch war, musste sich entsprechend zu verhalten wissen, um nicht negativ aufzufallen. Auch ein "höflicher" Umgangston wurde von allen Anwesenden erwartet. Mit dem Aufstieg des gebildeten Bürgertums, haben diese Verhaltensetikette auch Einzug in die breite Gesellschaft erhalten. Die Höflichkeit gehörte nun zum gesellschaftlichen "guten Ton".

Doch oft kommt es vor, dass wir mit steigendem Druck und Stress oder bei schlechter Laune diese Etikette außer Acht lassen und im wahrsten Sinne des Worte "un-höflich" werden.
Um diesem Trend entgegenzuwirken, hatte ein/e Cafébesitzer*in in Volksdorf eine nette Idee: Draußen vor dem Café steht eine Preistafel mit dreimal demselben Produkt: "Eine Tasse Kaffee". Je nachdem, wie man diese Tasse bestellt, wird der Preis berechnet: "1x Kaffee" kostet 5,-€, "1x Kaffee, bitte" kostet 3,-€ und "Guten Tag, eine Tasse Kaffee, bitte" kostet 1,-€.

Feine Gesellschaft hin oder her, ehrliche Höflichkeit ist der Grundstein für ein gutes Miteinander. Unhöfliches Verhalten ist schon fast eine Garantie für Streit und Konflikte; will man sie vermeiden, führt nichts an einem guten Umgangston vorbei. Ich stelle fest: Höflichkeit ist nicht nur etwas für die feine Gesellschaft und sie wird nie altmodisch! :-)