Durchhaltevermögen

Mit dieser Überschrift kann man in diesen Tagen wohl das am Besten beschreiben, was von uns allen gefordert wird. Corona erfordert von uns ein riesiges Durchhaltevermögen bezüglich Kontaktbeschränkungen, der Reduzierung von Freizeitaktivitäten und dem Tragen von Mund-Nase-Masken über längere Zeiträume hinweg. Ein Ende ist bislang nicht abzusehen, aber es führt bislang kein Weg daran vorbei; ein breit verfügbarer Impfstoff für jedermann liegt noch in weiter Ferne.

Ein enormes Durchhaltevermögen hat auch eine Pfuhlschnepfe (ein bedrohte Zugvogelart) bewiesen, als sie 12.000 km ohne Pause und Zwischenstopp über den Pazifik geflogen ist. Ihre Reise über den Ozean dauerte 9 Tage und wurde kontinuierlich per Chip mit einem Satelliten verfolgt. In diesen 224 Stunden ist sich nicht ein einziges Mal gelandet. Der Vogel hatte keine andere Wahl, wenn er überleben wollte; an irgendeinem Punkt war eine Rückkehr ausgeschlossen: Weit und breit kein Land in Sicht und nichts als Wasser, wohin das Auge reicht. Aber die Schnepfe hat es geschafft!

ZDF/Terra X/SPIEGEL TV/Christopher Gerisch, Kay Siering/ Oliver Gurr, Jürgen Heck, Jürgen Staiger/Hauke Ketelsen/Richard Sako, Sebastian Stuertz (CC BY 4.0)

Pfuhlschnepfen sind in ihrem globalen Bestand bedroht und wurden 2015 auf die internationale rote Liste gefährdeter Arten gesetzt. Wir Menschen gehören zwar längst nicht zu den bedrohten Arten und doch werden wir aktuell von diesem aggressiven Virus bedroht. Auch für uns gilt es nun durchzuhalten, bis irgendwann ein Impfstoff in Sicht ist. Diese Schnepfe macht mir Mut das zu schaffen! :-)