Clever gebunden

Clever gebunden

Mikroplastik ist ein Problem, wie viele mittlerweile wissen: Weil die meisten Kunststoffe nicht biologisch abbaubar sind, werden sie nicht zersetzt, sondern mit den Jahren zu immer kleineren Plastiteilchen zerrieben; ähnlich wie Felsen mit den Jahren zu Sand werden, nur viel schneller und viel feiner. Diese winzigen Plastikteilchen sammeln sich dann über Nahrung und Trinkwasser in lebenden Organismen an, wo sie auch nicht verarbeitet werden und bislang unerforschten Schaden anrichten können. Kein Sieb ist fein genug, um die mikroskopisch kleinen Teilchen herauszufiltern.

Umso eifriger forscht man neuerdings an Möglichkeiten die Verbreitung von Plastikmüll zu verhindern und so die Entstehung von Mikroplastik zu einzudämmen:
Forscher haben nun einen effektiven Teilchenfänger entwickelt mit dessen Hilfe sich auch winzigste Plastikteilchen herausfiltern lassen. Mit Hilfe eines Gels aus Quarzsand können die Partikel gebunden und so herausgefilter werden.
Aber auch die Natur ist nicht untätig, so hat man beobachtet, wie Seegraswiesen vor der spanischen Küste Plastikteilchen einfangen und diese nach und nach in braunen Faserbällen binden. Diese Bälle werden, wenn sie groß genug sind, von den Wellen wieder an den Strand gespült und können dort von Menschen eingesammelt werden. Erst jüngst hat das Team um die Forscherin Anna Sanchez-Vidal eine Studie dazu veröffentlicht, die belegt, dass Seegraswiesen schon heute bis zu 860 Mio. Plastikteilchen pro Jahr herausfiltern.

Angesichts des weltweiten Plastikmülls im Meer (Schätzungen des WWF gehen von 4,8-12,7 Mio. Tonnen pro Jahr aus) ist das eine noch verschwindend geringe Zahl, denn jede Tonne Plastikmüll besteht aus Billiarden Teilchen. Doch es macht deutlich, dass der Planet sich regenerieren kann, wenn wir ihm dabei helfen. Gelingt es uns den Plastikmüll im Meer, durch kleveres Verhalten und umweltfreundlichere Verpackungsmaterialien stark zu reduzieren, kann sich das Meer und damit die Tierwelt selbst von der uns verursachten Umweltverschmutzung erholen. Was ich bislang auch noch nicht wusste: Damit Kunststoffverpackungen recycelt werden können, müssen sie sauber sein und dürfen nicht mit anderen Plastikarten vermischt werden (Flasche und Deckel bspw. bestehen aus unterschiedlichen Pastikarten). In Deutschland sind wir schon recht weit, denn es sind für uns nur wenige Handgriffe, Kunststoffverpackungen vor dem Wegschmeißen kurz auszuspülen und separat (ohne Decke) in die gelbe Tonne zu werfen. Gemeinsam können wir es schaffen unseren Planeten wieder atmen zu lassen, damit er uns atmen lässt. :-)