Baumpate

Baumpate

Patenschaften gibt es schon sehr lange. Bereits im antiken Rom wurden Kinder (meist aus ärmeren Verhältnissen) von Paten (meist Wohlhabende) aufgenommen und wie ihr eigenes Kind aufgezogen. Im alten Rom war nämlich nicht die biologische Verwandschaft zu den Eltern ausschlaggebend, sondern die frei geäußerte Patenschaft. Dieses Konzept wurde in das Christentum übernommen. Dort kennt man es als Taufpat:in. Ein:e Taufpat:in hat nicht nur die zivilrechtliche Aufgabe, nach dem Tod der Eltern für das Patenkind zu sorgen, sondern dieses auch mit dem christlichen Glauben vertraut zu machen. Immer mehr spielt das Konzept der Patenschaft in Zoos eine Rolle: Dort kann man beispielsweise die Patenschaft für ein Tier übernehmen: Man zahlt monatlich einen regelmäßigen Beitrag für die Haltung des Tieres und im Gegenzug bekommt man Fotos und Berichte von dessen Entwicklung.

Nicht nur Tiere, sondern auch Bäume können neuerdings Paten haben. Und ebenso wie bei den Tieren hat auch dort die Patenschaft eine lebenswichtige Funktion. Gerade im Sommer, wenn es sehr heiß ist, kann es vorkommen, dass Bäume nicht mehr an ausreichend Wasser kommen. Das betrifft ganz besonders die Bäume in Innenstädten. Aber gerade sie sorgen für die nötige Abkühlung und den Ausgleich zum Beton und Asphalt um sie herum, die die Hitze speichern.
Weil viele Städte, vor allem bei längeren Hitze und Trockenperioden, mit der Bewässung der städtischen Bäume oft nicht hinterher kommen, rufen sie sogenannte Baumpatenschaften aus: Interessierte Bürger:innen bekommen einen speziellen Wassersack kostenlos zur Verfügung gestellt mit dem sie sich um die Langzeitbewässerung eines Baumes kümmern können. Die Säcke speichern Wasser und geben es nach und nach an das darunter liegende Erdreich ab. Ein Sack kann so einen Baum für mehrere Stunden bis Tage mit Wasser versorgen.

Meine Heimatstadt Tönisvorst hat vor kurzem auch für Baumpatenschaften geworben. Vielleicht bietet auch deine Stadt so etwas an? Wenn du dir das vorstellen kannst, frag einfach bei deinem Bürgerbüro nach; die müssten es wissen. Und falls sie es noch nicht haben: Wo eine Nachfrage, da bald auch ein Angebot :-)
Die Bäume jedenfalls werden sich über jede:n Pat:in freuen!